
Es ist eine schwere, oft
tödlich verlaufende Krankheit bei Hunden. Durch den Stich von kleinen Mücken,
ogenannten Sand- oder Schmetterlingsmücken, werden mikroskopisch kleine Einzeller
mit dem Namen Leishmania infantum auf den Hund übertragen. Gegen Leishmanien
existiert leider kein vorbeugender Schutz durch Impfung oder Medikamente.
Neben anderen Gebieten
tritt sie besonders in Lateinamerika und in allen mediterranen Ländern auf.
Zu letzteren gehören Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland,
Türkei, Israel, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko.
Das am häufigsten anzutreffende
erste Symptom ist Haarverlust, besonders um die Augen und um die Schnauze.
Bei fortschreitender Krankheit verliert der Hund, obgleich bei gutem Appetit,
an Gewicht. Entzündungen der Haut werden manifest, besonders am Kopf und an
den Beinen, eben an den Stellen, bei denen die Haut in Kontakt mit dem Boden
kommt, wenn der Hund sich hinsetzt oder hinlegt. In späteren Krankheitsstadien
sind die Krallen oft überlang und brüchig.
Sandmücken sind kleine,
haarige, zweibeflügelte Insekten (2,5-3mm lang), die unüblich bei Mücken,
nicht summen. Ihre Farbe reicht von strohfarben bis dunkelbraun. Wenn
sie stechen wollen, hüpfen sie mit ausgebreiteten Flügeln über den Körper
des Hundes. Sie stechen sowohl Menschen als auch Hunde, und einige gegen ihre
Stiche sensibilisierte Individuen bekommen schwere juckende Reaktionen.
Sandmücken sind
tagsüber nicht zu sehen, da sie in Ritzen und Spalten ruhen. Die Mücken, die
Canine Leishmaniose übertragen, leben nicht an Stränden, sind aber im Allgemeinen
reichlich in ländlichen Gegenden oder in bewaldeten Flächen
von Städten, wie Gärten oder Parks, zu finden.
Eine Woche nach Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern. Es existieren
vier Larvenstadien, bevor die Puppe bzw. der Kokon gebildet wird. Zehn Tage
später schlüpfen die erwachsenen Tiere. Bis hierhin dauert der gesamte Entwicklungszyklus,
beginnend mit der Eiablage, ungefähr 2 Monate. In den mediterranen Ländern
beginnt die Sand-mücken- Saison im Mai und endet im September oder, bei mildem
Spätsommerklima, im Oktober. Die letzte Sandmückengeneration überwintert im
vierten Larvenstadium.
Beide Geschlechter
ernähren sich von Zucker aus Pflanzen oder von Blattlaus Honigtau. Im Gegensatz
zu den Männchen ernähren sich die Weibchen auch von Blut. Innerhalb einer
Wochen ach einer Blutmahlzeit legen die Weibchen dann um 100 Eier in feuchten,
mit organischen Stoffen angereicherten Boden.
Im Hund lebt der Parasit
in speziellen Zellen, den sogenannten Makrophagen. Diese findet man im Blut,
in der Haut und in inneren Organen. Der Parasit hat hier eine rundliche Form
und vermehrt sich durch Zellteilung.
Wenn eine Sandmücke
einen infizierten Hund sticht, nimmt sie diese Zellen über die Haut auf. Im
Magen der Mücke werden dann die infizierten Zellen aufgebrochen und die Parasiten
freigesetzt. Diese nehmen dann eine längliche, dünne
Gestalt an, die in der Blutmahlzeit herumschwimmen und die Darmwand befallen.
Infolge Vermehrung
durch Zellteilung füllt sich schon nach wenigen Tagen der Magen der Mücke
mit unzähligen Parasiten. Nachdem die weiblichen Mücken ihre Eier gelegt haben,
suchen sie eine neue Blutmahlzeit. Wenn sie ein zweites Mal stechen, werden
die Parasiten in der Hundehaut abgelegt. Eine winzige Hautläsion erscheint
an der Stichstelle, gewöhnlich an der Schnauze oder am Ohr. Dort
dringen die Parasiten in die Makrophagen ein und verwandeln sich in ihre ursprüngliche
runde Form zurück, Während die Hautläsion langsam wieder verschwindet, breiten
sich die Parasiten in den inneren Organen des Hundes aus.
Ja, aber das Risiko ist in der Tat sehr gering und die humane Erkrankung ist einfach zu behandeln und zu heilen (ausgenommen bei Menschen mit AIDS, die ein geschädigtes Immunsystem haben). Es existieren sehr wenige Fälle in der mediterranen Bevölkerung.
Was soll ich unternehmen, wenn ich glaube, dass mein Hund diese Krankheit hat ?
Bringen Sie Ihren Hund zu Ihrem/r Tierarzt. Diese/r wird eine Blutprobe oder evtl. Gewebeproben entnehmen und entsprechend untersuchen lassen.
Ja, aber trotz Behandlung ist ein späterer Rückfall leider nicht auszuschließen. Die verwendeten Medikamente sind Antimonpräparate. Diese müssen injiziert werden und die Behandlung muss über Wochen fortgesetzt werden. Einige Tierärzte verschreiben auch orale Medikamente.
Die Erkrankung kann bereits
3 Monate nach der Infektion auftreten, kann aber auch erst nach 18 Monaten
zeigen. Ganz selten kann sie sogar über einige Jahre in einer Art Ruhezustand
verharren. Es kommt sogar vor, dass Hunde resistent sind, was bedeutet, dass
obgleich sie von infizierten Sandmücken gestochen wurden, sie keine Krankheitssymptome
entwickeln, solange sie gut genährt sind und physisch nicht überbeansprucht
werden. Diese Resistenz ist wahrscheinlich genetisch determiniert.
Der Aktivitätszyklus der Sandmücken beginnt kurz nach Sonnenuntergang
und dauert bis zum Morgengrauen an. Mediterrane Sandmücken mögen warme Nächte
(nicht weniger als 16 C°) und können aufgrund ihrer Winzigkeit nicht
bei starkem Wind fliegen (bei Windgeschwindigkeit größer als 1 m/sec). Trotzdem
können sie lange Distanzen zurücklegen, sogar mehr als 2 km. Sie stechen meistens
im Freien, obgleich sie auch ziemlich häufig in Wohnräumen anzutreffen sind.
Sie finden eine Blutmahlzeit, indem sie ein Tier in Windrichtung wittern,
dann gegen den Wind fliegen, um sich schließlich auf dem Wirt niederzulassen
und zu stechen.
Lassen Sie Ihren Hund
zwischen Mai und Oktober von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen im Haus.
Achten Sie auf mögliche klinische Symptome.
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund infiziert wurde, so lassen Sie
von Ihrem Tierarzt eine Blutuntersuchung durchführen. Die Behandlung ist um
so erfolgreicher, je eher man damit beginnt.
Falls Sie in die genannten Regionen verreisen, fragen Sie Ihren Tierarzt,
einige Wochen vor Reiseantritt nach einem effektiven Schutz gegen Schmetterlingsmücken.